Zusammenhalt schafft Trainingsmöglichkeiten

Der Stützpunkt der Rhythmischen Sportgymnastik ist dank dem schnellen Handeln und dem guten Krisenmanagement aller Beteiligten voraussichtlich im September wieder eingeschränkt nutzbar.

Der Schock sitzt tief: Mehrere Tausend Liter Wasser sind bei Unwettern im Juni in die Sporthallen des Stützpunktes der Nationalmannschaft der Rhythmischen Sportgymnastik in Fellbach-Schmiden geflossen. Der Neu- und der Altbau sind noch immer komplett gesperrt. Das schnelle Handeln und das gute Krisenmanagement aller Beteiligten zeigen aber Erfolge. Trotz der großen Schäden wird die neu gebaute Halle voraussichtlich Mitte September wieder zur Verfügung stehen, während der Altbau auch in den kommenden Monaten noch gesperrt bleibt.

„Wir sind unglaublich froh, dass alles so gut ineinander gegriffen hat, die Schulen und Vereine zusammenrücken und die Bauaufsicht schnell reagiert hat“, beschreibt Oberbürgermeisterin Gabriele Zull die Situation. Als am 10. Juni der erste große Wassereinbruch erfolgte, sah die Lage noch ganz anders aus. Die gerade für das Training freigegebene und noch nicht offiziell eröffnete neue Sporthalle der Rhythmischen Sportgymnastik plus der schon älteren Halle mit allen angrenzenden Ballett- und Technikräumen standen mehrere Zentimeter unter Wasser. Die federnden Sportböden, die Prallwände, die Schächte und vieles mehr wurden in großen Teilen irreparabel beschädigt.

„Wir haben sofort mit der Arbeit begonnen, damit die Schäden nicht noch größer werden“, kommentiert Bürgermeisterin Beatrice Soltys den derzeitigen Bausachstand. Die Prallwände und Böden wurden beispielsweise zeitnah entfernt, Trockner aufgestellt und „Lüftungs-Löcher“ in den Boden der alten Halle gebohrt. Die Sofortmaßnahmen sollen Folgenschäden abwenden. „Für die nächsten Maßnahmen hat der Gemeinderat 500.000 Euro freigegeben, damit gibt er uns dankenswerter Weise die notwendige Flexibilität“, freut sich OB Zull.

Das schnelle Handeln zeigt Wirkung: Bereits im September könnte die neue Halle wieder für das Training im Stützpunkt zur Verfügung stehen. „Eventuell sind der Ballett- und der Technikraum noch nicht voll funktionsfähig“, schränkt Beatrice Soltys ein. Doch bei der Größe des Schadens „grenzt die zeitnahe Wiederherstellung schon fast an ein Wunder.“ Das Gute an dem katastrophalen Wassereinbruch „war die Zusammenarbeit danach. Ich danke hier ausdrücklich den Schulleitern und den Vereinen TSV Schmiden sowie TV Oeffingen für das große Entgegenkommen“, bilanziert Michael Bürkle, Vizepräsident des Schwäbischen Turnerbundes. Der Rhythmischen Sportgymnastik wurde direkt nach Schließung der Halle die benachbarte Schulsporthalle zur Verfügung gestellt. „Die einzige, die die notwendige Höhe von zwölf Metern hat“, so Bürgermeisterin Soltys.

Schule und Vereine rückten zusammen, auch der Landkreis stellte Hallenkapazitäten und „das Miteinander war einfach toll“, so alle Verantwortlichen. Falls die Halle wider Erwarten nicht zu Schulbeginn fertig würde, „haben die Schulen, Vereine und auch die Rhythmische Sportgymnastik bereits einen Notfallplan ausgearbeitet und können noch mal überbrücken.“ Für die Gymnastinnen der Nationalmannschaft Gruppe, die im Herbst bei der Weltmeisterschaft in Baku an den Start gehen werden, macht die voraussichtliche Hallenöffnung im September eventuell doch noch eine unmittelbare Vorbereitung im Nationalmannschaftszentrum Fellbach-Schmiden möglich. „Im Hinblick auf die Bedeutung der WM als Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokyo 2020 könnte es noch mal einen echten Motivationsschub für das gesamte Team geben“, so Wolfgang Willam, Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes.

„Die bisher erfolgten Renovierungsarbeiten dienen der Schadensminderung“, stellte Oberbürgermeisterin Zull im Gemeinderat am 23. Juli ausdrücklich fest. Die Stadt verliere somit auch keine Schadensansprüche, verhindere aber, dass die Hallen bis zur endgültigen rechtlichen Klärung nicht nutzbar sind. Derzeit prüfen Gutachter die Sachlage. Das Wasser ist wahrscheinlich zuerst über eine verrutschte Abdeckung bei der Renovierung ins Gebäude eingedrungen. Durch zwei nachfolgende Schäden kam es erneut zu undichten Stellen im Dach.

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