Foto: DTB/ Minkusimages

RSG-EM: Drei EM-Titel für Darja Varfolomeev

Mit drei Goldmedaillen, mehreren Finalteilnahmen und starken Platzierungen hat das deutsche Team die Europameisterschaften der Rhythmischen Sportgymnastik in Varna (Bulgarien) erfolgreich abgeschlossen. Überragende Athletin war erneut Olympiasiegerin Darja Varfolomeev vom TSV Schmiden, die sich erstmals in ihrer Karriere den Europameistertitel im Mehrkampf sicherte und darüber hinaus zwei weitere Goldmedaillen in den Gerätefinals gewann.

Bereits in der Qualifikation setzte die 19-Jährige die ersten Ausrufezeichen. Mit dem Reifen erzielte sie die Tageshöchstwertung von 29,750 Punkten und qualifizierte sich ebenso wie mit dem Ball für die Gerätefinals. „Ich bin ganz zufrieden mit dem ersten Tag. Ich hatte keinen Geräteverlust, das war wichtig. Sicherlich ist für die nächsten Tage noch Luft nach oben“, erklärte Varfolomeev nach ihrem Auftakt.

Ihre Vereinskollegin Viktoria Steinfeld feierte bei ihrer ersten Europameisterschaft einen gelungenen Einstand. Die 17-Jährige überzeugte insbesondere mit dem Ball und zeigte sich nach ihrem Debüt zufrieden: „Ich war sehr aufgeregt und bin ziemlich auf Sicherheit gegangen.“

Am zweiten Qualifikationstag bestätigte Varfolomeev ihre Ausnahmestellung. Trotz gesundheitlicher Probleme zog sie mit 87,300 Punkten als Beste der Qualifikation in das Mehrkampffinale ein. Zudem qualifizierte sie sich mit Reifen, Ball und Band für die Gerätefinals. Lediglich mit den Keulen verpasste sie nach zwei Geräteverlusten den Finaleinzug.

Ganz bitter wurde es für Teamkollegin Lada Pusch. Während ihrer Keulenübung fiel gleich zweimal die Musik aus. Die 18-Jährige turnte zunächst unbeirrt unter dem rhythmischen Klatschen des Publikums weiter, bevor die Wettkampfleitung die Übung stoppte und später einen Neustart ermöglichte. Viktoria Steinfeld gelang am zweiten Wettkampftag der Sprung in das Bandfinale und sie verpasste als 21. des Mehrkampfs das Finale der besten 20 nur denkbar knapp.

Souveräner Auftritt im Finale

Den Höhepunkt aus deutscher Sicht bildete das Mehrkampffinale. Dort zeigte Darja Varfolomeev ihre ganze Klasse und sicherte sich mit 120,150 Punkten erstmals den Europameistertitel im Mehrkampf. Nach starken Übungen mit Reifen, Ball und Band lag sie vor dem letzten Gerät noch knapp hinter der Bulgarin Stiliana Nikolova. Ausgerechnet mit den Keulen, die ihr in der Qualifikation Schwierigkeiten bereitet hatten, gelang ihr eine Weltklasseübung. Mit der höchsten Wertung der gesamten Europameisterschaften (31,000 Punkte) drehte sie das Finale und sicherte sich Gold vor Nikolova und der Ukrainerin Taisiia Onofriichuk.

„Ich habe mich heute gut und kraftvoll gefühlt. Da ich die ganze Zeit Zweite war, habe ich nicht wirklich damit gerechnet, noch den Titel zu holen. Daher freue ich mich sehr“, sagte die frischgebackene Europameisterin.

Gruppe auf Rang 5

Auch die Deutsche Nationalmannschaft Gruppe zeigte eine starke Leistung. Das Team mit Anja Kosan, Alina Ott, Helena Ripken, Anna-Maria Shatokhin, Emilia Wickert und Alisa Datsenko belegte im Mehrkampf Rang fünf. Besonders die Übung mit Keulen und Reifen gelang mit 26,150 Punkten hervorragend und ließ zwischenzeitlich sogar auf eine Medaille hoffen. In der Teamwertung, die sich aus den Einzel- und Gruppenleistungen zusammensetzt, erreichte Deutschland ebenfalls einen starken fünften Platz.

Erfolgreiche Gerätfinals

Am abschließenden Finaltag setzte Darja Varfolomeev ihrer erfolgreichen EM die Krone auf. Nach Rang vier im Reifenfinale gewann sie zunächst Gold mit dem Ball und anschließend auch mit dem Band. Mit einer nahezu perfekten Bandübung und 30,000 Punkten ließ sie der Konkurrenz keine Chance.

Viktoria Steinfeld sammelte bei ihrem ersten EM-Finale wertvolle Erfahrungen und belegte im Bandfinale Rang acht. Die deutsche Nationalmannschaft Gruppe erreichte im Gerätefinale mit Keulen und Reifen Platz sechs.

Mit diesen Erfolgen kann das Team mit wichtigen Erkenntnissen und viel Rückenwind auf die Heim-Weltmeisterschaften im August in Frankfurt blicken.

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