Darja Varfolomeev holt Gold im Mehrkampf vor Margarita Kolosov und Anna Shenenko | Bildquelle: Tom Weller/24passion

RSG-DM: Fünf Mal Gold für Darja Varfolomeev

Darja Varfolomeev aus dem Nationalmannschaftszentrum Rhythmische Sportgymnastik in Fellbach-Schmiden wiederholt bei den Finals in Düsseldorf ihren Vorjahressieg. Margarita Kolosov und Anna Shenenko landen auf den Plätze zwei und drei. Zudem sicherte sich Varfolomeev alle Siege in den Gerätfinals.

Die Deutsche Meisterin im Mehrkampf der Rhythmischen Sportgymnastinnen heißt auch in diesem Jahr wieder Darja Varfolomeev (TSV Schmiden). Die Welt- und Europameisterin mit den Keulen bzw. dem Band machte schon mit der ersten Übung ihres Vierkampfes deutlich, dass der Weg zum Titel nur über sie führt.

Mit 35,200 Punkten mit dem Ball setzte sie direkt zu Beginn die erste Duftmarke des Tages. Dauerkonkurrentin Margarita Kolosov (SC Potsdam) blieb mit 33,600 Punkten mit dem Band zuerst noch auf Tuchfühlung mit der vierfachen Deutschen Meisterin 2022, verlor aber bei ihrer zweiten Übung, mit dem Ball, mehrfach die Kontrolle über das Gerät und musste schlussendlich sogar zum Ersatzgerät greifen. Mit "nur" 28,100 Punkte verlor sie wertvolle Punkte und den direkten Kontakt zur Spitze. Statt sich davon entmutigen zu lassen, turnte sie mit den Keulen (31,600) und mit dem Band (32,400; Punktbeste der Qualifikation) zum Abschluss zwei rhythmische und energiegeladenen Übungen und holte sich mit insgesamt 125,700 Punkten den Titel der Vizemeisterin.

"Ich bin sehr froh wie ich den Wettkampf beendet und angefangen habe. Zwischendurch haben sich leider ein paar unnötige Fehler eingeschlichen", resümierte Kolosov nach der Siegerehrung. "Gerade mit dem Ball klappt es im Wettkampf diese Saison noch nicht so richtig. Durch die Abiturprüfungen war es in letzter Zeit eine hohe Doppelbelastung. Jetzt habe ich aber auch mehr Zeit, mich wieder nur aufs Training zu konzentrieren und Ruhe reinzubringen." 

Varfolomeev hingegen blieb stets auf Erfolgskurs, obwohl sich auch bei der Europameisterin zu Beginn der Bandübung ein Fehler einschlich und sie sich trotz sehr hohem Schwierigkeitswert mit 31,600 Punkten zufriedengeben musste. An ihrem Schlussgerät, den Keulen, ließ sie trotz eines weiteren kleinen Fehlers keinen Zweifel an ihrer Klasse und bekam 34,050 Punkte vom Kampfgericht. Am Ende standen für die 16-Jährige somit insgesamt 135,550 Punkte und ein weiterer Mehrkampftitel zu Buche.
Keine Selbstverständlichkeit laut der jungen Gymnastin: "Der Titel bedeutet mir sehr viel. Er zeigt, dass ich mich weiterentwickelt habe und sich die viele Arbeit im Training auszahlt. Ich habe versucht, alles sauber zu turnen, aber ein paar Fehler haben sich eingeschlichen. Ein paar Übungen habe ich dieses Jahr verändert und schwieriger gemacht. Da passt noch nicht alles, aber für den jetztigen Zeitpunkt ist das ok."

Einen sehr guten und konstanten Mehrkampf zeigte auch die 17-jährige Anna Shenenko vom TSV Bayer 04 Leverkusen. Bis zum Ende der letzten Übung mit dem Band blieb sie konzentriert und turnte sauber durch. Belohnt wurde sie dafür mit insgesamt 121,000 Punkten und dem dritten Platz hinter den beiden Favoritinnen. Ihr knapp geschlagen geben musste sich die Vizemeisterin aus dem Vorjahr, Melanie Dargel von der TG Worms (118,850). Wie auch Shenenko qualifizierte sich Dargel für alle Gerätefinals, die bereits am morgigen Samstag im Düsseldorfer PSD BANK DOME ausgetragen werden, und bekommt somit weitere Chancen, sich zu präsentieren und um die Medaillen zu kämpfen.

Darja Varfolomeev lässt Konkurrenz bei Finals 2023 keine Chance und siegt in allen Gerätefinals

Darja Varfolomeev (TSV Schmiden) setzte bei den Gerätefinals am Samstagmorgen da an, wo sie am Vortag aufgehört hatte. Mit einer hervorragenden Reifen-Übung begeisterte sie direkt zu Beginn nicht nur das Publikum im Düsseldorfer PSD BANK DOME, sondern setzte auch das erste Ausrufezeichen des Tages. Mit 34,350 Punkten holte sie sich den Deutschen Meistertitel vor der Wormserin Melanie Dargel (TG Worms), die nach langen Verletzungsproblemen mit starken 31,450 Punkten zeigte, dass sie wieder zurück ist. Dritte wurde Anna Shenenko (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit 30,550 Punkten. Die Zweite der Qualifikation, Margarita Kolosov (SC Potsdam), zeigte ebenfalls eine fantastische Übung, vergab aber in den letzten Sekunden mit zwei aufeinanderfolgenden Geräteverlusten eine Medaille und wurde am Ende Vierte (26,950).

Varfolomeev siegt erneut – Kolosov kämpft sich mit dem Ball zurück

Bereits im zweiten Gerätefinale konnte Margarita Kolosov wieder strahlen und machte die Probleme mit dem Reifen vergessen. Nachdem sie im Mehrkampf am Vortag noch das Ersatzgerät bemühen musste, turnte sie im Finale eine fantastische neue Ballübung ohne Probleme und wurde mit 33,650 Punkten belohnt, an die erstmal keine der nachfolgenden Athletinnen herankam. Einzig Darja Varfolomeev, die im Mehrkampf mit überragenden 35,200 Punkten schon eine Ausrufezeichen Richtung der Weltelite setzte, konnte Kolosov zum Schluss noch einfangen. Mit einem etwas geringeren Schwierigkeitswert (17,300) als am Vortag holte sie sich mit 34,250 Punkten ihren zweiten Titel an diesem Samstag. Ebenfalls die zweite Medaille sicherte sich Melanie Dargel, die mit 31,200 Punkten auf den Bronzerang kam. Nur knapp dahinter auf Platz vier reihte sich die Zweitplatzierte der Qualifikation, Anna Shenenko, mit 31,000 Punkten ein. 

Drittes Gerät – dritter Titel

Die nächste Goldmedaille für Varfolomeev ließ nicht lange auf sich warten. Die Weltmeisterin mit den Keulen brachte eine mitreißende Übung auf die Fläche, bei der sich nur ein kleiner Geräteverlust kurz vor Ende einschlich. 32,450 Punkte bedeutet erneut den Sieg. Obwohl sie sich nach ihren Übungen kurz ärgerten, da beide jeweils eine Keule nicht rechtzeitig zu greifen bekamen, konnten Margarita Kolosov und Melanie Dargel kurz danach wieder lachen. Während Kolosov mit 31,250 Punkten Platz zwei belegte, reichte es für Dargel mit 29,250 Punkten erneut für Bronze. 

Varfolomeev nicht zu schlagen - Fünftes Gold bei Finals 2023

Die Frage, die es im letzten RSG Finale der Finals 2023 zu beantworten galt, war: Holt sich Darja Varfolomeev auch das vierte Gold der Gerätefinals? Im Mai wurde die 16-Jährige vom TSV Schmiden in Baku (AZE) noch Europameisterin mit dem Band, zog jetzt in Düsseldorf aber „nur“ als Zweitbeste der Qualifikation in das Finale ein. Auch im vergangenen Jahr holte sie im Mehrkampf und den anderen drei Geräten Gold und musste sich nur im Bandfinale mit Bronze hinter Margarita Kolosov und ihrer Vereinskollegin Malvina Chakyr begnügen. 

Diesmal legte sie mit einer sehr guten und nahezu fehlerfreien Übung vor, über die sie sich auch sichtlich freute. Mit 32,450 Punkte war ihr als vorletzte Starterin die Silbermedaille sicher. Nur Margarita Kolosov konnte ihr noch einen Strich durch die Rechnung machen. Diese zauberte auch eine dynamische Übung auf die Fläche, die das Publikum mitriß, leistete sich jedoch einen kleinen Geräteverlust und musste sich auch mit dem Band (29,800) ihrer Nationalmannschaftskameradin geschlagen geben. Auf dem Bronzerang landete erneut Melanie Dargel (29,750), die sich somit in allen Finals eine Medaille erturnen konnte. 

"Ich bin sehr glücklich. Es hat fast alles geklappt, wie geplant. Es ist das erste Mal, dass ich fünf Mal Meisterin werden konnte. Eine gute Motivation weiter hart zu arbeiten, denn es stehen jetzt noch einige internationale Wettkämpfe an - mit dem Höhepunkt bei den Weltmeisterschaften", so die freudestrahlende Varfolomeev nach dem Wettkampf. 

Carl-Schuhmann Medaille für Nationalmannschafts-Gruppe

Im Rahmen der Gerätefinals der Einzelgymnastinnen wurde die deutsche Gruppe mit Daniella Kromm, Alina Oganesyan (beide TSV Schmiden), Anja Kosan (SC Siemensstadt), Francine Schoening (Berliner TSC) und Hannah Vester (TB 1889 Oppau) für ihre besonderen Leistungen bei den Weltmeisterschaften der Rhythmischen Sportgymnastik 2022 in Sofia mit der Carl-Schuhmann Medaille ausgezeichnet. DTB-Vizepräsidentin für den Olympischen Spitzensport, Ulla Koch, sowie der Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes, Thomas Gutekunst, übernahmen die Ehrung der Athletinnen.
Gemeinsam mit Darja Varfolomeev und Margarita Kolosov, die bereits am Donnerstag ebenfalls geehrt wurden, holte die Gruppe in Sofia Silber im Team-Wettkampf. 

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