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Schwäbische Präzisionsarbeit bei Olympia

24.08.16

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat 421 Sportler für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro nominiert. 17 davon im Turnen – elf davon kamen wiederum aus den Stützpunkten des Schwäbischen Turnerbunds. Ein noch nie dagewesener Erfolg, der erst durch die intensive Arbeit aller Beteiligten im schwäbischen Verbandsgebiet möglich geworden ist.


Dass in den Stützpunkten des Schwäbische Turnerbunds gute Arbeit geleistet wird, ist bekannt. Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turnerbunds, sagte: „Die Olympischen Spiele in Rio waren für das Team des Deutschen Turner-Bunds ein voller Erfolg. Dies sowohl in sportlicher Hinsicht als auch im Auftreten des gesamten Teams. Damit haben wir die Ziele, die wir uns für Rio gesteckt haben, erreichen können. Dafür möchte ich mich vor allem bei allen Aktiven ganz herzlich bedanken. In den Dank schließe ich auch das gesamte Betreuungsteam ein mit den Cheftrainern an der Spitze sowie allen beteiligten Heimtrainerinnen und Heimtrainern.“


Vor allem im Verbandsgebiet des Schwäbischen Turnerbunds wird offensichtlich erfolgreiche Grundlagenarbeit geleistet. Sportler aus den schwäbischen Stützpunkten Fellbach-Schmiden (Rhythmische Sportgymnastik), Ruit (Trampolin) und Stuttgart (Gerätturnen weiblich und männlich) waren in allen vier olympischen Turn-Sportarten vertreten. Und das dazu noch sehr erfolgreich.
Im Trampolin schrammte zum Beispiel Leonie Adam überraschend knapp am Finaleinzug vorbei. Die 23-Jährige aus Filderstadt qualifizierte sich unter Bundestrainer Michael Kuhn, der ebenfalls vom STB kommt, als einzige deutsche Trampolinturnerin für die Olympischen Spiele. Nach einem ganz starken Auftritt fehlten ihr am Ende lediglich 0,4 Punkte zum Finale. Am Ende sprang Rang zehn heraus. „Ich bin megahappy. Eigentlich geht es nicht besser, als Leonie heute geturnt hat. Da wären maximal ein paar Zehntel mehr drin gewesen. Das war eine fast perfekte Übung – deutlich über der Trainingsleistung“, resümierte Coach Michael Kuhn.


Nicht ganz zufrieden war Gerätturner Marcel Nguyen, der im Kunst-Turn-Forum Stuttgart mit Rio-Co-Trainer Valeri Belenki trainiert. Er präsentierte sich zwar solide und erreichte das Teamfinale mit der deutschen Mannschaft und das Mehrkampffinale. Dort war aber dann mit Platz sieben (Mannschaft) und 19 (Mehrkampf) für den zweifachen olympischen Silbermedaillengewinner von 2012 nicht mehr viel möglich. An seinem Paradegerät Barren sorgte er mit einem neuen Element zwar für seinen ganz persönlichen Eintrag in die Turngeschichtsbücher, verpasste aber das Finale.


Geschichte schrieb auch Deutschlands Vorzeigeturner Fabian Hambüchen. An seinem Lieblingsgerät Reck zeigte er im Finale eine perfekte Vorstellung. Zur Belohnung gab es zum Karriere-Abschluss nicht nur die olympische Goldmedaille, sondern oben drauf auch noch das Original-Olympiareck des schwäbischen Geräteherstellers Spieth Gymnastics aus Altbach.   


Das weibliche Gerätturntrio aus Schwaben - Tabea Alt, Kim Bui und Elisabeth Seitz - zeigte eine starke Vorstellung. Mit der Mannschaft landete man auf Rang sechs und Elisabeth Seitz im Mehrkampffinale auf dem 16. Rang. Und trotzdem gab es am Ende bei der 22-Jährigen kurzfristig jede Menge Tränen zu trocknen. Der Grund: Am Stufenbarren verpasste die Stuttgarterin nur um 0,033 Punkte die Bronzemedaille. Über die durfte sich stattdessen Teamkollegin Sophie Scheder freuen.


Bundestrainerin Ulla Koch war hocherfreut über diesen Auftritt – im Speziellen auch von den schwäbischen Turnerinnen: „Am Stützpunkt Stuttgart wird gigantische Arbeit geleistet. Hut ab vor der Leistung. Man hat in Stuttgart den Übergang von Vorgängerin Tamara Khokhlova perfekt gemeistert. Dort gibt es jetzt viele Turnerinnen, die auch noch für Tokio 2020 infrage kommen. Die Bedingungen im Kunst-Turn-Forum mit der gesamten Infrastruktur drum herum sind richtig gut.“


Beim olympischen Qualifikationswettkampf in der Rhythmischen Sportgymnastik in Rio de Janeiro hat die deutsche Vertreterin Jana Berezko-Marggrander den 18. Rang erturnt und damit das Finale der besten Zehn nicht erreicht.


Die Nationalmannschaft Gruppe der RSG, ebenfalls aus dem Nationalmannschaftszentrum Fellbach-Schmiden, hat den ersehnten Finaleinzug verpasst. Mit 32,400 Punkten lag das Team in der Qualifikation nach den Übungen mit Bändern sowie Reifen/Keulen auf Rang zehn.


Nur die besten acht Teams schafften den Einzug in das Finale am Sonntag, die DTB-Gruppe mit Anastasija Khmelnytska, Daniela Potapova, Julia Stavickaja, Sina Tkaltschewitsch und Natalie Hermann verpasste den Sprung dorthin um 1,4 Punkte.

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